Einjähriges Bestehen des Qualitätsmanagementsystem der myStandards GmbH
Tuesday, June 8, 2021

Vor einem Jahr haben wir unser Qualitätsmanagementsystem offiziell eingeführt und Lena Nolte, zuständig für Analytics & Quality Assurance, wurde zur Qualitätsmanagementbeauftragten ernannt. Deshalb haben wir ein Interview mit ihr geführt.

Zum einjährigen Jubiläum unseres Qualitätsmanagementsystem starten wir eine Reihe mit Newsartikeln zum Thema Qualitätsmanagement & Referenzmaterialien. Zum Auftakt geht es im ersten Artikel um die Einführung des Systems und die Ernennung unserer Qualitätsmanagementbeauftragten. Bis am 30.04.2020 in einem Onlinemeeting unser Qualitätsmanagementsystem (QMS) vorgestellt werden und das Qualitätsmanagementhandbuch mit der Unterschrift der Geschäftsführung offiziell freigeben werden konnte ist viel passiert.

Ein Managementsystem bildet die Unternehmenspolitik ab. Es definiert konkrete Ziele sowie Prozesse, um diese zu erreichen bzw. umzusetzen. Ein Managementsystem kann das ganze Unternehmen übergreifend beschreiben oder auch nur einzelne Bestandeile erläutern. Daneben enthält ein Managementsystem Verantwortlichkeiten, Unternehmensstruktur, Abläufe, Planungen, etc..
Christof Dahl. ISO 9001:2015 einfach erklärt, Version 1.0 vom 28.10.2015

myStandards Wieso haben wir, die myStandards GmbH, ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt?*

Lena Nolte: Da schon bei der Gründung feststand, dass sich das Unternehmen als Referenzmaterialhersteller akkreditieren lassen möchte, stand auch direkt fest, dass wir ein Qualitätsmanagementsystem brauchen. Ein Qualitätsmanagementsystem ist ein Teil eines Managementsystems in Bezug auf die Qualität. Neben den üblichen Vorteilen, die ein QMS mit sich bringt, ist es auch eine Anforderung der Norm für Referenzmaterialhersteller.

Was konkret sind die Vorteile eines Qualitätsmanagementsystems?

Durch das System werden Arbeitsprozesse standardisiert, das führt dazu, dass eine gleichbleibend hohe Qualität unserer Produkte und Dienstleistungen sichergestellt ist. Außerdem wird ein kontinuierlicher Verbesserungsprozesses eingeführt, welcher dazu führt, dass wir unser Leistungsniveau dauerhaft halten, auf Veränderungen reagieren und neue Chancen ergreifen können.

Der ontinuierliche Verbesserungsprozess wird auch als PDCA-Kreislauf bezeichnet.
Der ontinuierliche Verbesserungsprozess wird auch als PDCA-Kreislauf bezeichnet.

Wie bist du Qualitätsmanagementbeauftragte bei uns geworden?

Eine zentrale Anforderung für eine Akkreditierung ist neben dem Managementsystem auch die Charakterisierung der Referenzmaterialien. Dazu müssen Analysen geplant und nach wissenschaftlichen Standards ausgewertet werden. Deshalb wollten die beiden Gründer einen oder eine Naturwissenschaftler*in einstellen, der oder die Erfahrung auf dem Gebiet der Analytik mitbringt und darüber hinaus Interesse daran hat, sich mit Normen und dem Qualitätsmanagement auseinanderzusetzen. Da ich in meinem Materialwissenschaftsstudium viele Vorlesungen und Seminare zum Themenschwerpunkt Analytik beleget hatte und Spaß daran habe, mich in neue Themen einzuarbeiten, bringe ich diese Voraussetzung mit.

Hattest du bereits Vorkenntnisse und hast Unterstützung bei der Einführung des QMS gehabt?

Ich hatte während des Studiums leider keine Berührungspunkte mit dem Thema Qualitätsmanagement, aber meine Chefin Frau Wittke, war bereits selbst bei einem anderen Unternehmen als Qualitätsmanagementbeauftragte, kurz QMB, tätig. Sie kann diese Aufgabe bei uns aber aufgrund ihres Arbeitsumfangs nicht wahrnehmen. Sie konnte mir jedoch oft helfen und hat mich beim Aufbau des Systems begleitet und unterstützt. Außerdem wurde dieses Projekt mit einer Innovationsassistentinnenstelle gefördert.

Welche Fähigkeiten bringst du mit?

Durch das naturwissenschaftliche Studium wurde mein analytisches Denken geschult, was dabei hilft Prozesse und Sachverhalte zu analysieren und somit auch zu verstehen. Das trifft besonders auf unseren zentralen Prozess, den Herstellungsprozess der Nano-Pellets, zu. Ich habe das Wissen und technische Verständnis die physikalischen Vorgänge, die dabei ablaufen, zu verstehen. Außerdem hat man im Studium den Umgang mit Papern und anderen wissenschaftlichen Texten gelernt, was Hilft mit den Normtexten umzugehen. Trotzdem habe ich eine mehrtägige Schulung besucht, um die Qualifikation zur Qualitätsmanagementbeauftragten zu erwerben, und bilde mich regelmäßig mit Onlinekursen weiter.

Wie wurde beim Aufbau des Systems vorgegangen?

Wir haben damit angefangen, eine IST-Analyse durchzuführen. Dazu haben wir systematisch die ablaufenden Prozesse identifiziert, strukturiert, zusammengefasst und uns erstmals auch Gedanken über Ressourcen, Input, Output und Schnittstellen gemacht. Mit diesen Informationen haben wir dann angefangen, Dokumente zu erstellen, optimale Abläufe festzuschreiben und eine umfangreiche Qualitätssicherung einzuführen. Die Qualität unser Nano-Pellets stellt seit dem auch einen zentralen Punkt in unserer Qualitätspolitik dar. Zuletzt wurde unsere Qualitätssicherung durch innovative Technik weiter optimiert.

Unsere QMB, Lena Nolte, erklärt uns die Scrum Methode.
Unsere QMB, Lena Nolte, erklärt uns die Scrum Methode.

Welche Aufgaben hast du als Qualitätsmanagementbeauftragte?

Als QMB sorge ich dafür, dass unsere Dokumente aktuell sind, sei es, wenn es neue Normanforderungen gibt oder auch wenn sich Prozesse im Unternehmen ändern. So wird erreicht, dass jede*r Mitarbeitende problemlos mit dem System arbeiten kann. Überprüfen tun wir dies durch interne Audits, die ich plane und begleite.

Gibt es Unterschiede zu anderen Firmen?

Ein großer Vorteil ist die Tatsache, dass wir ein kleines, innovatives Team sind. Ich habe als QMB die volle Unterstützung von der Geschäftsführung und anders, als es in alteingesessenen Firmen oft der Fall ist, verstehen alle Mitarbeitenden den Nutzen, den ein QMS mit sich bringt, und arbeiten bei der Weiterentwicklung mit. Das merke ich auch deutlich, wenn ich mich auf Netzwerkveranstaltungen mit anderen Berufsvertretern austausche.

An was für Veranstaltungen aus dem Bereich Qualitätsmanagement hast du bisher teilgenommen?

Ich nehme regelmäßig an diversen Netzwerkveranstaltung teil. Leider geht das zurzeit nur in Form von Webinaren oder anderen online Veranstaltungen. Dazu zählt auch eine Vorlesung der Universität in Kiel, bei der Unternehmen aus der Region ihr QMS vorgestellt haben. Um Erfahrungen mit anderen Berufseinsteiger*innen zu teilen, besuche ich die Treffen der DGQ Youngsters.

Wie sieht die Zukunft unseres Qualitätsmanagementsystems aus?

Zurzeit bereiten wir uns intensiv auf die Akkreditierung als Referenzmaterialhersteller vor. Dazu wollen wir auch das Thema Qualität präsenter auf unserer Homepage zeigen. Die Artikelreihe ist dafür der erste Schritt. Intern sind wir dabei das QMS und dessen Dokumente in einem eigenen Intranet zu integrieren, damit Agilität und Mitarbeit weiter erleichtert werden.

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