Nano Pellets als Referenzmaterialien
Tuesday, October 1, 2019

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Eine kurze Zusammenfassung über die Idee Nano-Pellets als Referenzmaterialien zu nutzen.

Die Idee, Pulverpresstabletten für die Analyse von Feststoffen zu verwenden, ist nicht neu: Bisher war es allerdings immer nötig dem zu pressenden Pulver ein Bindemittel zwecks Stabilität beizumischen, wodurch die Matrix und die chemische Zusammensetzung verändert werden. Die Innovation der Nano-Pellets besteht darin, Materialien so fein zu vermahlen, dass sie ohne Bindemittel physikalisch stabil und selbst auf kleinstem Raum homogen sind. Durch diese ultrafeine Nassvermahlung gelingt es uns, die Korngröße des Pulvers bis in den Nanometerbereich (D50 200 nm, 50 % des Pulvers ≤ 200 nm) zu reduzieren und anschließend Tabletten mit extrem glatter Oberfläche (Ra 24 nm, Rauigkeitsparameter) herzustellen.

Durch die geringe Partikelgröße steigt die interpartikuläre Kohäsion (physikalische Stabilität) enorm an, was ein bindemittelfreies Pressen von Tabletten (chemische Reinheit) erlaubt. Die weiße Ummantelung außen sorgt für erhöhte Stabilität und bessere Handhabung, da ein direkter Kontakt mit dem Material vermieden wird.

Außerdem ergibt sich aus der extrem geringen Partikelgröße des Nano-Pulvers der Umstand, dass dann sehr kleine Probenmengen (kleinste Messpunkte im Mikrometerbereich) immer noch genügend Partikel enthalten, um die (stöchiometrische) Durchschnittszusammensetzung des untersuchten Materials zu repräsentieren (chemische Homogenität).

Anwendung von Referenzmaterialien

Damit Referenzmaterialien richtig angewendet werden, hat das Joint Research Centre (JRC) der europäischen Komission "Application Notes" bzw. Anwendungsnotizen publiziert. Unter anderem findet man dort Anleitungen zum statistischen Vergleich zwischen gemessenem und zertifizierten Wert.

Anwendungsfälle